Aachen, 12.10.2007-

 
Hi mein Stinker,
Bin ja im Moment im Klinikum, und da ich deinen Laptop wieder habe, dachte ich mir ich schreibe dir mal wieder.
Bin jetzt seit 2 Wochen hier. Es fällt mir nicht gerade leicht, aber so wie es im Moment läuft, kann es nicht weiter gehen. Ich zerstöre mich und die paar Menschen die ich in meinem Leben noch habe auch. Was mir besonders weh tut ist, dass ich dir so schade, dabei ist das, das Letzte was ich will. Ich habe dich so gern, was heißt gern? Ich habe dich im  laufe des Jahres lieben gelernt, und das nicht nur ein wenig sondern sehr. Aber ich denke mir, dass du es weißt. Ich weiß nicht wie deine Gefühle zu mir sind, aber ich denke das du mehr für mich fühlst als du sagst. Ich hoffe das die Therapie mich wieder auf den rechten Weg bringt, und ich hoffe das du bei diesem Weg dabei bist.
Heute war eher ein ruhiger Tag. Ich habe mich sehr gefreut, dass du mich heute hier besucht hast. Wir waren kurz hier und sind dann in die Stadt gefahren und haben bei Mc Donalds was gegessen. Anschließend waren wir noch bei Lust for life, wo du eine G-Star Hose gekauft hast. Als wir uns am Bushof verabschiedet haben war ich sehr traurig. Ich vermisse dich im Moment sehr und freue mich jetzt schon sehr auf den Tag an dem wir wieder zusammen einschlafen können und am nächsten Morgen auch zusammen aufwachen können. Ich hoffe das wir bald wieder glücklich sind. Ich denke so gerne an unsere schönen Zeiten. Ich weiß das sie im Moment sehr selten sind, doch sie bedeuten mir noch sehr viel. Und genau das ist das was mir die Kraft gibt hier weiter zu machen. Es gibt Tage da denk ich mir, dass es alles keinen Sinn hat. Ich fühle mich dann einfach nur noch schwach und will aufgeben. An manchen Tagen, wenn ich wieder richtig lachen konnte und Spass hatte, weiß ich das es doch noch einen Sinn hat weiter zu machen. Menschen, die wie du sind, geben mir die Hoffnung auf ein schöneres Leben. Ich weiß es klingt kitschig, doch die Nähe und Liebe die du mir gibst, hat mir noch nie jemand gegeben. Ich habe mich noch in keinen Armen so geborgen und wohl gefühlt. Du gibst mir das Gefühl, dass ich doch nicht so ein schlechter Mensch bin, obwohl ich es oft denke, wenn ich daran denke was ich dir antue. Den Schmerz und das Leid was ich dir angetan hab, kann ich wahrscheinlich nie wieder gut machen, aber ich werde versuchen mein Bestes zu geben, wenn du mir irgendwann noch mal die Chance gibst.
Ich weiß nicht warum ich immer denke, dass du mich nicht magst. Ich muss mich auch immer in Dinge reinsteigern, die eigentlich gar nicht vorhanden sind. Ich wünsche mir so seht das ich bald wieder ein ganz normaler fröhlicher Mensch bin, so wie ich es mal war.
 
Aachen, 13.11.2007-
 
Hi mein liebster Hase!
Sitze gerade im Gruppenraum weil meine tolle neue Zimmernachbarin schon um halb zehn schlafen geht.
Hab eben zum ersten Mal Remergil genommen. Das ist  ein Antidepressivum zum schlafen gehen. War heute mal zu Hause. War ganz schön. Hab mich ganz wohl gefühlt u8nd auch mit Emi gespielt. Morgen sehen wir uns ja wieder. Komme morgen ja zu dir. Freu mich schon mit dir kuscheln zu können. Bringe auch Dr. House mit. Wir müssen uns morgen überlegen was wir mit der Frau Louis besprechen wollen.
 
Aachen, 14.11.2007
 
Hi  mein Stinker!
Es tut mir so leid, was heute passiert ist. Ich wollte nicht deine Eltern das mitbekommen. Ich hoffe das du keinen Ärger deswegen hast. Ich hoffe so sehr, dass alles wieder in Ordnung kommt. Wenn so was passiert denke ich immer das alles vorbei ist. Ich weiß nicht warum es im Moment so schlimm mit mir ist. Aber ich bleibe hier in der Klinik. Irgendwann muß es ja besser werden. Ich bin dir so dankbar, dass du so unendlich viel Geduld mit mir hast. Du musst mir aber glauben, dass ich dich nicht fertig machen möchte oder deine Nerven kaputt machen will. Ich hab dich gern und du bist einer der wichtigsten Menschen in meinem Leben geworden., Ich will dir nur gutes und ganz bestimmt nichts schlimmes. Montag haben wir ja unser Gespräch mit Frau Louis. Ich hoffe das bringt uns weiter. Wenn ich in meine Zukunft blicke hoffe ich das du an meiner Seite bist. Es tut mir leid das du mich kennen gelernt hast, als die Krankheit gerade anfing auszubrechen. Ich glaube wir wären ohne die Krankheit immer noch glücklich. Ich finde es nur so ungerecht, dass ich kein recht auf eine Beziehung habe. Aber obwohl wir nicht mehr zusammen sind, bist du immer noch für mich da und das gibt viel Kraft.
 
Aachen, 15.11.2007
 
Schuldgefühle
Wir haben heute morgen mit Dr. Himmerich über das Thema Schuldgefühle geredet. Ich habe heute erfahren woher sie kommen. Das ist schon seit meiner Kindheit so. Ich habe immer mehr Ärger als mein Bruder bekommen. Du hast ja selber gesagt, dass ich nicht immer alles Schuld bin und ich auch nicht immer direkt alles auf mich beziehen soll.
Heute habe ich zum ersten Mal meinen Druck anderweitig abbauen können. Wir haben telefoniert und ich habe mich bestraft gefühlt. Ich habe dann einfach aufgelegt und laut Musik gehört. Habe mein Handy auch abgeschaltet. Nach einer Stunde habe ich es dann wieder angemacht und gesehen das du angerufen hast. Du hast mir das dann erklärt und ich habe es verstanden, dass du mich für meine Selbstverletzungen und mein Verhalten nicht belohnen kannst. Es war ein Fehler das ich deine Pistole genommen habe. Ich konnte in dem Moment nicht mehr klar denken. Dadurch das ich es heute mal geschafft habe einen Skill anzuwenden, habe ich neuen Mut bekommen weiter zu machen. Meine Therapeutin meinte heute zu mir, dass ich gestern so enttäuscht war, weil wir uns früher jeden Tag gesehen haben und ich jetzt, wenn ich zu dir komme erwarte, dass du immer was schönes geplant hast bzw. Wir die Zeit immer genießen. Das kann ich aber nicht von dir verlangen. Du hast ja keine Umstellung so wie ich. Ich muß endlich meinen Mund mal aufmachen, wenn ich was will.
Es ist ein unglaublich schönes Gefühl für mich, zu wissen einen Menschen wie dich, an meiner Seite zu haben. Du gibst das Gefühl kein schlechter Mensch zu sein. Deine Mutter hat mir gestern auch Kraft gegeben. Ich hätte nie gedacht, dass deine Mutter findet, dass ich ein netter Mensch bin. Ich hoffe, dass ich es bald auch sein kann, so wie ich wirklich bin. Ich weiß das ich dir im Moment nur schade, genau deshalb bin ich so froh dich noch zu haben. Das gibt mir auch Kraft weiter zu machen, weil ich dir das wieder geben möchte, was du mir gibst: Nähe, Kraft und die Hoffnung das alles gut wird. Das was du ausstrahlst, tuen die wenigsten. Du strahlst so eine wärme auf mich aus. Ich will auch so werden. Wenn man es genau nimmt, bist Du mein Vorbild. Ich will dein Selbstbewusstsein und deine Stärke haben. Du kannst stolz auf dich sein und ich hoffe, dass du mit deinen Eigenschaften weit im Leben kommst und nicht auf die Fresse fällst. Ich habe dich sehr, sehr, sehr lieb .
Aachen, 16.11.2007
 
Hi mein Stinker,
Heute war ich zu Hause. War mit Emi und meiner Mutter einkaufen. Das war sehr anstrengend für mich, weil Emi immer weggelaufen ist. Als ich dann wieder zu Hause war, hab ich mich in meinem Zimmer eingeschlossen, weil ich kurz meine Ruhe haben wollte, da ich gemerkt habe das der Druck in mir wieder größer wurde. Auf einmal fing mein Bruder an gegen die Tür zu treten, weil er was aus meinem Zimmer haben wollte. Ich habe ihm gesagt, dass ich nur mal kurz meine Ruhe brauche. Er meinte dann zu mir ich soll mir doch ein Messer nehmen und mich endlich umbringen, dann hätten es alle leichter und mich würde eh keiner vermissen. Ich habe irgendwann die Tür aufgemacht und meine Mutter kam rein, hat mich geschlagen und meinte ich soll in der Klinik bleiben.Dann hat sie noch geschrieen ich soll mal überlegen was ich dem Kind antue. Ich habe mir dann einfach meine Sachen geschnappt und bin rausgerannt. Ich habe dich dann angerufen und du hast mich etwas beruhigt und mich gebeten zurück in die Klinik zu gehen. Ich bin so froh, dass ich wenigstens einen Menschen habe, der mich mag und mir das auch zeigt. Ich bin dir mehr als dankbar und ich wünsche mir nichts mehr, dass ich schnell wieder gesund werde und wir wieder glücklich sind. Du weißt das ich dich sehr liebe und wenn ich so zurück blicke und sehe was du mir alles gegeben hast, werde ich sehr traurig, weil ich nicht wüsste, was ich dir jemals gegeben habe. Ich mache dir nur Kummer und Ärger. Ich will das alles nicht, aber meine Gefühle sind so stark, dass ich wegen jeder Kleinigkeit ausraste, weil ich so eine große Angst davor habe, deine Nähe nicht mehr zu spüren. Diese Nähe, die du mir gibst, ist das was ich mir immer gewünscht habe.
 
Aachen, 17.11.2007
 
Hi mein liebster Hase!
Heute war ich den ganzen Tag bei dir und ich fand es sehr schön, obwohl ich noch sehr traurig bin, wegen dem was gestern bei mir zu Hause passiert ist. Aber du hast mir gezeigt, dass ich es doch wert bin zu leben. Ich fand es total lieb von dir, dass du dafür gesorgt hast, dass ich meine Ruhe haben kann. Es ist schon der zweite Tag, wo ich es geschafft habe Skills anzuwenden. Ich wollte mich gestern und heute Selbstverletzen, aber ich habe es geschafft den Druck anders abzubauen. Ich bin so Stolz auf mich.Wenn ich dich sehe freue ich mich immer, auch wenn man es mir nicht immer anmerkt.
Wir sind dann Abends noch was durch die Stadt gegangen, aber du warst irgendwie nicht so richtig in Stimmung dafür. Wenn der Weihnachtsmarkt  ist, müssen wir da mal hin. Ich mag die Stimmung da so gerne, obwohl ich Weihnachten gar nicht mag. Aber die ganzen Lichter sind so schön find ich.
 
Aachen, 18.11.2007
 
Hi mein Pupsi!
 
Heute ist ein guter Tag. Ich bin nach dem Mittagessen nach Hause gefahren. Bin in mein Zimmer gegangen und hab mich ins Bett gelegt und Musik gehört. Später bin ich dann noch mit Emi und meiner Mutter auf den Spielplatz gegangen. Ich hatte echt mal einen schönen und entspannenden Tag. Ich habe richtig gute Laune, dass hatte ich schon lange nicht mehr. Ich habe den ganzen Tag nicht geweint und war fast gar nicht traurig. Vielleicht geht es ja langsam mal Bergauf mit mir. Ich merke aber das die Therapie langsam anschlägt und die Medikamente helfen mir auch sehr. Ich bin jetzt schon drei Wochen hier. Hätte nicht gedacht, dass ich das so lange hier aushalte. Ich habe sogar schon ein wenig Angst vor der Entlassung. Ich weiß ja nicht wie es wird wenn ich hier wieder draußen bin. Dann bin ich ja wieder ganz anderen Dingen ausgesetzt, und ich weiß nicht ob ich es schaffe mich dann besser zu verhalten. Aber ich habe ja noch drei Wochen und dadurch, dass ich jeden Tag hier rausgehe, kann ich es ja schon manchmal ausprobieren. Ich werde sicherlich noch viele Rückschläge haben, aber ich hoffe du wirst an meiner Seite bleiben, denn du schaffst es immer mich da rauszuholen.
 
Aachen, 19.12.2007
 
Hi mein Stinker!
 
Heute war ein aufregender Tag für mich. Ich bin morgens mit unbeschreiblicher guter Laune aufgestanden. Das hatte ich echt schon ewig nicht mehr. Ich war aber trotzdem Nervös, da heute unser Paargesprüch bei der Frau Louis war. Du bist dann um drei  hier hin gekommen. Ich fand das Gespräch sehr gut und war auch froh, dass du dazu bereit warst. Ich finde, dass bei dem Gespräch viel rausgekommen ist. Vor allem bin ich froh, dass ich jetzt weiß wie du das mit uns siehst. Wir haben praktisch eine Beziehung nur ohne das Wort Beziehung. Ich hoffe, dass es jetzt endlich wieder besser mit uns wird und das wir bald wieder eine richtige Beziehung mit dem Wort Beziehung führen können. Das wird aber bestimmt noch was dauern, bis wir uns beide wieder bereit dazu fühlen. Wir sind  danach noch zu dir gefahren und haben noch miteinander geschlafen. Und ich fand es so schön. Es war irgendwie intimer als sonst. Ich habe mich seit langem dir noch mal so richtig nah gefühlt. Ich wünsche mir so sehr, dass wir ein glücklich Paar sind und noch viele schöne Momente erleben können.
 
Aachen, 20.11.2007
 
Hi mein kleiner Dufti!
 
Heute geht es mir auch sehr gut. Fahre heute nach Hause.
So, jetzt bin ich wieder hier in der Klinik. War eben zu Hause. Lief ganz gut. War aber nicht so lange da. Bin was früher nach hier gekommen. Aber ich hatte den ganzen Tag gute Laune. Gut, ne? Heute war Oberarztvisite und der meinte zu mir, dass er sich Sorgen um mein Gewicht macht. Ich kann im Moment echt nichts dafür . Ich esse mehr als vorher. Ich muß mich zwar ein wenig am Riemen reißen, damit ich keinen Essanfall bekomme. Naja, mal gucken wie es weiter geht. Ich find es nicht so schlimm, fühle mich so wohler und ich glaube dir gefällt es auch besser.
Ich habe dich so lieb, das kannst du dir gar  nicht vorstellen.
 

Aachen, 21.11.2007

 
Lafee: Wer bin ich?
 
Ich kann nicht schlafen, mein Kopf ist so randvoll von dir. Kein Mond hört uns. Schwarz ist die Nacht und du träumst neben mir. Ich bekomm kein Auge zu. Ich hab solche Angst dich so zu vermissen. Ich will nicht träumen. Kein Traum kann so schön sein wie dieser eine Moment. Womit hab ich dich verdient? Bin ich dich wirklich wert?
Wer bin ich? Das gerade ich in deinem Herz bin, warum? Wer bin ich? Das gerade ich die eine bin, die du liebst? Warum darf ich hier neben dir sein? Warum willst du mich?
Vor dir war jeder Tag so lang und jetzt erleb ich jede Sekunde mit dir. Vor mir gehen tausend Sonnen auf
 
 
Du und ich: Wir sind eins. Ich kann dir nicht wehtun, ohne mich zu verletzen.
 
Huhu du Spinner!
Heute geht es mir auch gut. Habe es doch tatsächlich geschafft 4 Tage nicht zu weinen. Ich bin so stolz auf mich. Hatte heute ein Gespräch mit meiner Bezugspflege. Ich soll mich jetzt mehr mit Emi auseinander setzen. Werde das auch tun. Ich muß endlich wieder eine bessere Bindung zu ihr kriegen. Du hast ja letzte Nacht wieder durchgemacht. Naja, solange du es nicht zu oft machst, ist es ja nicht so schlimm. Bin echt froh und stolz auf dich, dass du ein wenig kürzer getreten bist. Nächsten Freitag, am 30. November, wollte ich vielleicht mit dir ins Peppermill fahren, hab aber gar nicht daran gedacht, dass ich wahrscheinlich erst Samstags zu Hause schlafen darf. Mal gucken, vielleicht kann ich es ja regeln.
 
Aachen, 22.11.2007
 
Hi mein Stinker!
Mir geht es gar nicht gut. Hab dich eben nach Hause geschickt. Brauchte ein Time out, wie wir es bei der Frau Louis abgesprochen hatten. Mir geht es gar  nicht gut damit. Aber wenn du geblieben wärst, wäre es nur noch schlimmer geworden und das wollte ich uns beiden nicht antun. Ich hoffe du bist nicht böse auf mich. Ich wollte mich aber nicht noch mehr mit dir streiten. Wir sehen uns so selten und da find ich es total schade wenn du müde bist, einen Kater hast oder weggedröhnt bist. Ich will die wenige Zeit, die wir im Moment haben intensiv mir dir erleben und auch gerne was mit dir unternehmen. Ich gönne dir deinen Spaß und freue mich auch für dich. Aber ich brauche dich im Moment und nicht einen veränderten Patrick. Ich hoffe du verstehst das und siehst es nicht als angriff. Ich mag dich so wie du bist. Nur mag ich den echten Patrick lieber als den veränderten. Den liebvollen, Verständnisvollen Patrick, der mir Sicherheit und Geborgenheit  gibt. Es ist nicht leicht für mich hier. Ich wusste aber bis heute nicht, dass es dir, mit meinem Klinik Aufenthalt  auch nicht gut geht. Du fehlst mir hier sehr und ich hoffe, dass du verstehst das ich dich hier mehr brauche als zuvor. Es ist nicht leicht für mich und ich lerne hier jeden Tag unheimlich viel. Es ist sehr anstrengend das umzusetzen und leider klappt es nicht immer direkt. Meine Therapeutin meinte zu mir, ich solle Geduld mit mir haben. Ich hoffe du hast auch diese Geduld mit mir. Ich habe dich nämlich mehr als lieb und hätte dich noch gerne länger an meiner Seite.
 
Aachen, 23.11.2007
 
Hallo mein liebster Hase,
Heute war ein echt schlimmer Tag für mich. Hatte den ganzen Tag so ein komisches Schuldgefühl und weiß nicht warum. Habe dich dann heute Abend angerufen, weil ich mich einsam fühlte. Du hast ja mit mir telefoniert, aber als du meintest du hättest jetzt keine Zeit mehr, weil die Melli da ist, habe ich mich in meiner Einsamkeit bestätigt gefühlt. Ich weiß ja, dass es dafür keinen Grund gibt. Du bist ja immer für mich da, und hast ja auch mit mir geredet. Ich wollte nicht das wir uns streiten. Du weißt gar nicht wie ich mich immer wieder dafür hasse, dass ich so bin und das ich dir immer wieder das antue. Ich will das alles nicht mehr, bitte glaub mir. Ich will doch nur das alles normal ist, dass alles wieder gut wird und wieder so wird wie früher. Ich hoffe, dass du doch noch die Geduld mit mir hast. Wenn ich kann werde ich dir alles wieder geben. Ich würde alles für dich tun. Ich habe dich sehr lieb und hoffe, dass du nicht so wütend auf mich bist und noch einen schönen Abend hast.
Deine kleine Kuschelmaus
 
 
Aachen, 24.11.2007
 
Hallo Kolli-Golli
Heute Nacht haben wir über eine Stunde telefoniert. Du glaubst gar nicht was ich für ne Angst hatte, dass du mich verlässt. Es tut mir immer noch weh, was ich gesagt habe. Das schlimme ist, dass ich mich meistens danach noch nicht einmal  daran erinnern kann. Ich wünschte ich hätte diese Ticks nicht mehr. Es tat mir so weh, dass du geweint hast. Was mich aber gefreut hat ist, dass du mir mal deine Gefühlslage erklärt hast. Du redest leider viel zu selten über dich. Ich finde das sehr schade, denn du bist ein toller Mensch und bist es wert, dass auch mal jemand dir zuhört. Bitte hör auf zu denken, dass du an mir scheiterst, weil du mir nicht helfen kannst. Dafür bist du nicht zuständig und du kannst es auch nicht. Du bist deswegen auch kein Versager. Es reicht mir schon, dass ein so toller Mensch wie du für mich da ist und mich mag und mich nicht im Stich lässt. Es ist ein echt schönes Gefühl einen so wertvollen Menschen zu kennen und ihn als seinen Freund nennen zu dürfen (wenn ich das darf). Ich bin heute morgen zu dir gefahren und wir haben nebeneinander geschlafen. Es war echt schön noch mal neben dir zu liegen und deinen Atem im Nacken zu spüren und deine nackte Haut an meinem Körper zu spüren. Du warst mir heute Morgen noch mal so richtig nah. Wir hatten heute eigentlich einen schönen ruhigen Tag. Danke dafür. Wir wollten noch auf den Weihnachtsmarkt gehen. Leider konnte ich es da nicht aushalten. Mir waren einfach zu viele Leute da. Es tat mir voll, dass du extra für mich in die Stadt gefahren bist und es nichts mit dem Weihnachtsmarkt wurde. Du hast mich dann zurück gebracht.
Als die alte Frau in den Bus eingestiegen ist, fand ich es total lieb von dir, wie du dich um sie gekümmert hast. Es war gut, dass du mit ihr gefahren bist. Wer weiß was sonst mit ihr passiert wäre.
Ich habe mal wieder gemerkt, dass ich so einen tollen Menschen wie dich verdient habe. Ich sehe ja, was ich dir alles antue. Du tust soviel für andere. Du kannst echt stolz auf dich sein. Und glaub mir, jedes Mal wenn du so etwas wie heute tust, weiß deine Mutter auch was du für ein Mensch bist und ist stolz auf dich, mind. genauso wie ich.
 
Aachen.25.11.2007
 
Huhu kleiner Dufti,
Heute war ich den ganzen Tag zu Hause und habe endlich mein Zimmer aufgeräumt.
ES war ganz okay zu Hause, außer das Emi heute sehr anstrengend war. Meine Mutter hat sie auch nicht wirklich gebändigt gekriegt. Na ja, wenigstens habe ich endlich mal mein Zimmer aufgeräumt. Das ging ja mal gar nicht mehr. Heute Abend haben wir noch telefoniert und hatten mal wieder eine Diskussion weil ich mich ausgestoßen fühlte. Aber ich sehe jetzt ein was du meintest. Im Moment ist es, glaube ich, auch besser wenn wir langsam anfangen wieder raus zu fahren und irgendwo hinfahren, wo ich schnell wieder nach Hause kann, wenn es zuviel wird. So, ich geh jetzt mal Heiabubu machen. Schlaf gut. Ich habe dich ganz doll lieb.
 
Aachen, 26.11.2007
 
Heute habe ich mich in der Tagesklinik angemeldet und hatte ein Einzelgespräch mit der Frau Louis. Wir haben über die Situation bei mir zu Hause gesprochen und ich habe sie gebeten mir die Bescheinigung für die Arge zu geben. Sie muss das erst noch im Team besprechen und sagt mir dann nächste Woche bescheid. Ich hoffe sie gibt mir die Bescheinigung. Es wäre echt wichtig für mich da raus zukommen.
Ich bin um 15.00 Uhr zu dir gefahren und wir hatten einen echt schönen Tag. Haben schön gekuschelt und geredet. Solche Tage liebe ich mit dir. Einfach nur wir zwei, ohne Streit und Ärger. An solchen Tagen fällt es mir schwerer in die Klinik zurück zu gehen. Aber es sind ja nur noch zwei Wochen. Morgen muß ich erst mal in die Tagesklinik. Ich muss ja
weiter machen, wenn ich hier raus bin, sonst wird es ja nie was mit mir.
 
Aachen, 27.11.2007
 
Hallo Furzi!
Heute geht es mir relativ gut, obwohl ich sehr angespannt bin. Hab mich sehr über deine Sms letzte Nacht gefreut. Es tut gut zu hören, dass jemand immer versucht für einen da zu sein. Ich weiß, dass du nicht immer für mich da sein kannst und mich auch nicht immer verstehen kannst. Ich kann mich ja selbst manchmal nicht verstehen, wie soll das dann ein anderer? Aber ich weiß das du viel für mich tust und auch viel gibst. Es tut gut, zu wissen, dass du wenigstens für mich da bist. So was habe ich mir immer gewünscht. Die Nähe und das Vertrauen was ich zu dir habe, hatte ich noch nie zu jemanden. Es tut mir nur so unheimlich leid, dass du so darunter leidest. Manchmal wünsche ich mir ich hätte mich dir nicht so geöffnet, dann wäre vielleicht noch alles gut zwischen uns. Aber du bist wahrscheinlich der Einzige, der mich so kennt, wie ich bin. Leider bin ich in Wirklichkeit aber nicht so lieb und stark wie ich gerne wäre. Ich hoffe, dass ich es bald sein kann. Bin auf jeden Fall froh, dass ich in die Tagesklinik kann. Komme wahrscheinlich direkt im Anschluss dahin und ich hoffe ich werde dort viel lernen. Vielleicht siehst du ja jetzt, dass ich es wirklich ernst meine und viel dafür gebe, dass es mit uns wieder klappt. Es bedeutet mir echt viel und wer weiß, vielleicht schaffen wir es ja wieder glücklich zu werden. Aber ich finde, dass es schon besser mit uns geworden ist. Wir streiten eigentlich nur, wenn ich wieder einen meiner Ticks habe und mir wieder einrede, ich würde dich verlieren und keiner mag mich. Aber du hast mir ja versichert das es nicht so ist und darüber bin ich sehr froh und dankbar, dass du mich noch nicht ganz aufgegeben hast. Ich finde es sehr schön von dir, da ich es ja ne Zeitlang getan habe. Mittlerweile fang ich an wieder an mich zu glauben und habe erkannt, dass es doch noch einen Weg aus meinem Dilemma gibt und ich hoffe, dass ich ihn diesmal zu Ende gehen werde. Bin mir aber sicher, dass ich es mit deiner Hilfe schaffen werde. Im Moment gibst du mir sehr viel Kraft und halt-. Ich hätte  nie gedacht, dass eine Person soviel ausstrahlen kann wie du. Und ob du es glaubst, oder nicht, und wenn ich es dir nicht zeigen kann, du bist und bleibst was besonderes. Wenn wir irgendwann keinen Kontakt mehr haben, was ich natürlich nicht hoffe, werde ich mich aber immer an dich erinnern können, weil du einen festen Platz in meinem Herzen hast, aber wie gesagt, ich hoffe du wirst an meiner Seite bleiben. So, jetzt habe ich genug geschrieben. Ich habe dich ganz doll lieb, von hier bis Australien, mindestens. Denk ganz fest an dich und knuddel dich fest. Deine Schmusebazille!
 
Aachen, 28.11.2007
 
Hi mein Hasifurzi!
Heute geht es mir mal wieder sehr gut, was mich sehr freut. Hatte heute auch nicht soviel zu tun hier. Hatte heute Werken und hab für die Emi ein Frühstücksbrett mit einer Hello Kitty drauf gebrannt. Nach dem Werken bin ich direkt in die Stadt gefahren und wir haben uns dort getroffen. Wollten eigentlich was essen gehen, aber Mcs war so voll. Dann sind wir direkt nach Eilendorf zum Nikolausgrill gefahren. Ich hatte zuerst auf dem Weg nach Eilendorf ein schlechtes Gewissen, weil du extra in die Stadt gekommen bist und dann wurde daraus nichts, aber du hast mir ja gesagt, dass du nicht böse bist. Ich habe dann sogar einen ganzen Gyros gegessen. Es war sehr schön noch mal was mit dir zu essen. Dann sind wir zu dir gegangen und haben uns ins Bett gekuschelt. Es war heute so schön mit dir. Wenn wir solche Momente haben, weiß ich das es doch noch mit uns funktionieren kann. Wenn meine Launen so gut sind wie heute, verstehen wir uns immer super und ich fühle mich dann auch gut. Ich habe im Moment immer ein wenig Angst wenn wir uns sehen, weil ich Angst habe uns wieder den Tag zu versauen. Aber heute ist es ja mal wieder gut gegangen und ich hoffe das diese Tage jetzt öfters vorkommen und unsere Streitereien weniger werden. Aber wir sehen ja, dass es langsam besser wird. Wir müssen uns nur Zeit nehmen. Ich habe verstanden, dass nichts von heute auf morgen funktioniert. Wenn wir uns aber langsam wieder nähern, können wir ja langsam wieder unsere Beziehung aufbauen, vorausgesetzt du willst es überhaupt noch. Aber nach so einem wunderschönen Tag wie heute, wo ich mit einem lächeln ins Bett gehe und wo mir warm ums Herz wird, wenn ich an dich denke, bin ich froh, dass ich die Hoffnung noch nicht aufgegeben habe. Wenn ich solche Tage wie heute erlebe, weiß ich das es das Wert war nach hier in die Klinik zu kommen und das alles auf mich zu nehmen. Ich scheine endlich ein Ziel und einen Sinn in meinem Leben bekommen zu haben. Ich bin froh, dass ich noch lebe und solche Tage erleben darf. Tage voller Freude und schöner Momente und ich bin froh, dass du dieses Tag mit mir geteilt hast und darin vorgekommen bist.
Ich gehe jetzt mit einem lächeln schlafe,. Bin nämlich sehr müde. Freue mich jetzt erst mal auf den morgigen Tag und auf das Wochenende, wo ich endlich wieder bei dir schlafen kann und neben dir aufwachen darf. Ich hoffe, dass es genauso schön wird wie heute. Ich werde auf jeden Fall mein Bestes dafür tun.
Schlaf gut und träum wunderschön mein Schatz. Denke ganz fest an dich und werde von dir träumen. Ich knutsch und knuddel dich!
 
Aachen, 29.11.2007
 
Hi mein kleiner Hüpfer!
Heute ist kein guter Tag. War heute morgen auf der Waage und habe 600 Gramm zugenommen. Für mich ist das irgendwie schlimm. Fühle mich direkt viel dicker. Bin dann nach dem Mittagessen nach Hause gegangen. Als wir telefoniert haben, wollte ich von dir hören, dass ich recht habe und wieder abnehmen soll. Du hast aber gesagt, dass ich wieder normal essen soll. Ich weiß nicht warum ich mich so reingesteigert habe. Ich arbeite ja wieder von meinen Zielen weg und du willst das ich darauf hinarbeite. Du hast natürlich recht, aber in der Situation konnte ich es leider nicht sehen und habe mich wieder selbstverletzt. Ich habe probiert den Druck abzubauen, aber leider ging es nicht anders. Ich hoffe das du nicht so enttäuscht von mir bist. Ich bemühe mich wirklich. Bitte glaub mir das. Ich werde mich bemühen, dass ich es nicht mehr mache, aber bitte gib mir die Zeit noch. Ich hoffe du siehst trotzdem eine Veränderung, denn ich habe mich schon was geändert. Ich gehe jetzt schlafen. Ich habe dich ganz doll lieb!!!
 
Aachen, 30.11.2007
 
Hi Stinker!
Heute geht es mir wieder besser. Habe heute mit meiner Therapeutin gesprochen und die hat gesagt, dass ich die Bescheinigung für meinen Auszug bekomme. Du glaubst gar nicht wie erleichtert ich bin. Endlich geht mein Weg mal in eine gerade Richtung ohne Abbiegungen hoffe ich.
Ich hoffe, dass ich durch meinen Auszug mein Leben endlich wieder in den Griff bekomme. Vielleicht kann ich dann wieder ein „normales“ Leben führen. Arbeiten gehen und eine eigene Wohnung haben und hoffentlich sind wir dann wieder ein richtiges Paar und können glücklich sein. Leider weiß ich nicht wie du das siehst, ob du überhaupt noch mit mir richtig zusammen sein willst, nachdem was alles passiert ist. Ich hoffe wir können irgendwann einen Schlussstrich ziehen und wirklich von vorne anfangen.
Ich freue mich schon auf morgen, aber irgendwie habe ich auch Angst davor. Ich muss ja irgendwann wieder anfangen mit deinen Freunden was zu tun zu haben. Ich weiß nur nicht ob ich das schon schaffe. Hab ja eben mit dir telefoniert und dir das erklärt. Du hast mich ja verstanden. Ich will erst mal versuchen zu denen zu gehen, da ich mich dort immer wieder aus der Situation rausbringen kann, was ich nicht kann wenn sie bei dir sind. Wenn es mir bei denen zuviel wird, sag ich dir einfach bescheid und wir gehen dann. Ich will aber nicht das du denkst, dass ich es gar nicht erst versuche. Ich will es einfach nur langsam angehen lassen. Ich soll mich nicht so überfordern hat meine Therapeutin gesagt. Das bringt auch gar nichts, weil ich sonst wieder zuviel Spannung aufbaue. Ich freue mich aber, dass ich wieder neben dir einschlafen darf. Dann kuscheln wir ganz viel. Und können noch mal ganz viel machen, ohne Zeitdruck. Übernächste Woche Dienstag werde ich entlassen, dann habe ich fast keine Pause zwischen der Tagesklinik. Ist auch glaube ich besser so. Das wird bestimmt toll, wenn ich meine eigene Wohnung habe. Dann kannst du auch mal zu mir kommen und bei mir schlafen. Ei wie freu ich mich schon darauf.
Im Januar fahren wir doch nach Paris, oder? Das wird bestimmt toll. Hoffentlich liegt dann Schnee, das ist immer so gemütlich. Dann kuscheln wir auch ganz viel. Aber wir fahren doch über meinen Geburtstag. Der ist am 19. Januar, falls du es wieder vergessen hast. Und ans Meer müssen wir auch noch fahren, aber das machen wir erst im Sommer, sonst lohnt es sich ja nicht. Ich hoffe du fühlst dich jetzt nicht eingeengt von mir. Mußt du mir sagen wenn du das so empfindest. Das will ich nämlich nicht. Aber ich würde so gerne noch so viele schöne Momente mit dir verbringen. Deswegen schreib ich dir die Dinge, die ich gerne mit dir erleben möchte.
 
Aachen, 01.12.2007
 
Hi mein Schatz!
Unsere Wochenende war leider nicht so toll. Ich weiß echt nicht was mit mir los war. Ich weiß auch langsam echt nicht mehr weiter. Ich glaube langsam, dass es alles keinen Sinn mehr macht. Ich gebe mein bestes, aber es hilft irgendwie nicht. Ich werde aber noch nicht aufgeben. Ich kann dir das nicht antun, außerdem will ich nicht das du von mir enttäuscht bist oder mich aufgibst. Ich hoffe ich komme aus dem Tief wieder raus. Ich werde morgen mit meiner Einzeltherapeutin reden. Vielleicht weiß sie ja, was mit mir los ist. Ich will doch einfach nur normal sein. Weißt du was mir am meisten weh tut? Ich habe so eine Scheiße am Wochenende gebaut und du bist noch nicht einmal böse auf mich. Es tut mir so unheimlich weh, dass ich dir so was antue. Es frisst mich von innen auf, dass ich so bin, denn du bist der Letzte der so was verdient hat. Ich kann verstehen, dass du auch mal das Bedürfnis hast deinen ganzen Schmerz raus zu lassen. Du frisst soviel in dich rein und ich trage, leider Gottes, eine Menge dabei. Ich wünschte ich würde dir das nicht antun. Ich kann so gut nachvollziehen was du fühlst. Bitte verzeih mir alles was ich tue. Ich will das alles nicht. Ich will das dem Wertvollsten Menschen, den ich in meinem Leben kennen gelernt  habe, nicht antun. Ich will das es dir gut geht und du glücklich ist. Ich glaube oft, dass ich der Grund für deinen Schmerz bin. Ich weiß aber nicht warum ich dich nicht in Ruhe lassen kann. Du bedeutest mir soviel und ich habe unheimliche Angst ohne dich weiter leben zu müssen. Die Nähe, die du mir gibst, hat mir noch nie jemand gegeben und ich will das nicht verlieren. Ich will dich aber auch glücklich sehen. Was soll ich nur tun? Ich weiß es einfach nicht. Kannst du mir nicht sagen, was du willst. Willst du deine Ruhe von mir? Willst du mir noch eine Chance geben? Ich weiß es einfach nicht. Ich habe dich so unendlich lieb. Warum bin ich nur so? Ich wollte nie ein schlechter Mensch sein. Ich wollte allen immer nur gutes. Das hat mich aber kaputt gemacht. Ich habe Angst um dich, dass es dir vielleicht auch so gehen kann wie mir. Sei nicht zu gut zu allen. Die Menschheit ist berechnet. Sie wird dir nie das geben, was du ihnen gibst. Du bist der Einzige, der mir das gibt, was ich früher allen gegeben habe. Es ist ein unheimlich schönes Gefühl. Ich wünschte du könntest es auch erfahren. Ich will dir das alles wieder geben. Ich hoffe ich kann dir wenigsten etwas geben. Was fühlst du denn wenn ich bei dir bin? Ich hoffe du fühlst meine Gefühle für dich. Sie sind so tief in mir drin. Ich will sie rauslassen, aber es geht nicht. Irgendwas blockt in mir. Sie wollen raus, ich weiß nicht, warum es nicht geht. Der Schmerz sitzt so tief.
Ich habe dich lieb und ich hoffe du weißt und spürst es.
 
Aachen, 03.12.2007
 
Hi mein liebster Stinker!
Heute ging es mir nicht so gut. Das Wochenende schlaucht mich doch noch ganz schön. Ich hatte heute wieder ein Einzelgespräch mit der Frau Louis. Ich habe heute gemerkt, dass ich entgültig die Nase voll vom ritzen habe. Ich will diese Narben nicht mehr. Sie meinte zu mir, dass es ein gutes Zeichen wäre und das ich auf einen echt guten Weg wäre. Ich hoffe es wirklich. Sie meinte auch, dass wir uns diese Woche wieder häufiger sehen sollen um zu gucken, wie ich reagiere. Zum Glück warst du damit einverstanden. Es zeigt mir, dass dir was daran liegt, sonst würdest du den ganzen Kram ja nicht mitmachen. Ich frage mich echt womit ich dich verdient habe. Du hast doch was viel besseres als mich verdient. Eine die dir auch diese Nähe und Liebe rüberbringen kann und nicht so eine wie ich, die dir nur Probleme macht. Aber ich bin ja hier, damit es besser wird. Wenn wir uns streiten, denk ich immer, dass es besser wäre aus der Situation rauszugehen, aber ich habe immer so eine Angst, dass ich dich gerade in diesen Situationen verlieren werden. Ich weiß, dass es besser wäre, gerade dann aus der Situation rauszugehen. Meine Therapeutin meinte zu mir, dass sie sich sicher wäre, dass ich die Situation aushalten kann. Und jedes mal wenn ich sie aushalte, wird die Angst weniger. Ich muss es jetzt echt mal probieren.
Ich habe bald viel zu tun, wenn ich hier rauskomme. Bin ja mal gespannt wo ich hin ziehen werde und wie meine Wohnung aussehen wird. Hoffentlich klappt es alles so. Leicht wird es nicht, aber ich habe ja zum Glück die Frau Sippl an meiner Seite. Es ist echt gut, dass ich mich damals bei ihr gemeldet habe, weil alleine würde ich es echt nicht schaffen. Die weiß ja am besten, was man tun muss um einen gesetzlichen Betreuer usw. zu bekommen.
 
Aachen, 04.12.2007
 
Hi mein Stinker,
Mir geht es heute gar nicht gut. Ich habe mich heute daran erinnert, was dieses Jahr schon alles vorgefallen ist. Ich musste an den Juli denken, wo der Stress in Eilendorf  anfing. Ich dachte ich hätte es vergessen, doch der Schmerz sitzt tiefer. Ich verstehe nicht, warum die Menschen so gemein zueinander sein können und frage mich, ob ich auch so bin. Ich wollte nie etwas böses und dir schon gar nicht. Es ist ein unheimlich trauriges Gefühl für mich, dass Menschen denken, dass ich dir schaden möchte oder ein Keil zwischen Menschen treiben möchte. Ich will nur gutes für dich und ich finde es schade, dass manche es anders sehen. Es lässt mich an mich selbst zweifeln und ich frage mich, was es überhaupt noch für einen Sinn hat. Ich will es allen recht machen, aber das kann man nicht. Manchmal frage ich mich auch, ob die Menschen eigentlich immer nur das Schlechte in einem sehen möchten und alle Waffen einsetzen möchten um ihn zu vernichten, nur weil man vielleicht anders ist. Ich habe keine Lust mehr Masken aufzusetzen und mich selbst zu belügen. Egal was man tut keiner schätzt den anderen. Ich wollte nie nur mich sehen, sondern mich den Menschen Opfern, die mir was bedeuten. Leider muß ich feststellen das es fast nur ausgenutzt wird. Du bist einer der wenigen Menschen, die diese Dinge sieht und zu schätzen weiß. Leider hast du mich erst kennen lernen als ich mich schon aufgegeben habe. Ich hoffe aber, dass wenigstens du siehst, dass ich nichts böses will. Das Problem ist einfach nur, dass ich das Beste für dich will. Ich will, dass es dir gut geht und du ein besseres Leben als ich hast. Leider muss ich feststellen, dass wahrscheinlich ich diejenige bin, die dich unglücklich macht und dir Schmerzen zubereitet, obwohl sie genau das Gegenteil will. Sag mir doch bitte was ich tun soll. Ich weiß es einfach nicht. Was kann ich tun, damit du glücklich bist. Soll ich dich in Ruhe lassen und dich gehen lassen? Ich weiß es einfach nicht. Das Schlimmste ist, dass es meine größte Angst ist. Ich weiß, dass ich dich nicht darum bitten kann, aber sag mir doch, was am besten für dich ist. Ich Kann Nur hoffen, dass du mir alle Schmerzen und den ganzen Leid , den ich dir zugeführt habe, irgendwann verzeihst.
Ich will, dass du weißt, dass ich dich über alles Liebe. Das ist wahrscheinlich das, was du nicht hören willst, aber ich will es dir einfach mitteilen. Egal, was kommen mag, du hast mir gezeigt, was wahre Liebe ist, dass Liebe was schönes sein kann und das ein Mensch immer für einen da sein kann. Ich werde dich immer in meinem Herzen haben, weil du mir genau dies gezeigt hast. Du hast mir Nähe gegeben, die mir noch nie einer gegeben hat und vor allem das Gefühl ein wertvoller Mensch zu sein, zumindest in deinen Augen und dies werde ich nie vergessen.
 
Aachen, 05.12.2007
 
Hi mein Hase!
Ich habe eine furchtbare Nacht mit lauter Ängsten hinter mir. Ich habe Angst, dass ich dich vertreibe, habe Angst, dass du vielleicht auch irgendwann die Meinung von mir hast, wie deine Freunde-. Ich frage mich auch manchmal, ob ich die vielleicht peinlich bin. Wenn ich mir so meine Arme angucke, denken ich, dass es dir vielleicht unangenehm ist, wenn es ein anderer sieht. Willst du überhaupt, dass ich dich in der Öffentlichkeit umarme und Küsse, oder willst du mich lieber versteckt halten?  Das sind alles so Dinge die mir durch den Kopf gehen und mich krank machen. Ich will ja nichts falsch machen oder dich in eine unangenehme Situation bringen. Verstehst du was ich meine?
Ich bin dir jedenfalls dankbar, dass du dir heute Morgen mein geheule angehört hast, obwohl du die Nacht durchgemacht hast. Ich weiß, dass das immer die blödesten Momente sind, aber wir lernen ja langsam damit umzugehen. Ich frage mich echt, wie du mich aushalten kannst. Ich kann es ja noch nicht mal  selber. Ich laufe immer vor allem weg, aber alles holt mich wieder ein. Ich denke ich habe es verkraftet, aber es kommt immer wieder hoch. Ich will das alles nicht mehr. Meine Kraft schwindet zunehmend und manchmal glaube ich es wäre besser aufzugeben, aber wenn ich das tue verliere ich auch dich und tue dir weiter so schlimme Dinge an und das will ich einfach nicht mehr, weil ich dich so gerne hab.
 
Aachen, 06.12.2007
 
Hi mein kleiner Stinker!
Heute ist immer noch ein kack Tag. Ich weiß echt nicht, was im Moment mit mir los ist. Habe mich heute dreimal  Selbstverletzt und es tut mir unheimlich leid, dass ich den Stress immer wieder bei dir ablasse. Mir tat deine Nähe heute ziemlich gut und ich habe gemerkt, dass es mir dann innerlich besser geht.. Ich vermisse dich so sehr. Ich will wieder neben dir einschlafen und deine Wärme spüren. Ich weiß nicht wie du das siehst und ob du überhaupt noch die Geduld mit mir hast. Ich will dieses Druckgefühl nicht mehr. Ich hasse es mir das an zu tun. Ich will endlich wieder normal sein und meine innere Ruhe finden. Ich will wieder mit dir glücklich werden. Wie soll es denn gut zwischen uns werden, wenn es nicht endlich besser mit mir wird?  Ich merke zwar schon, dass es an manchen Tagen besser mit mir ist und ich den Druck anders abbauen kann, aber diese Rückschläge machen mich krank und saugen mir die letzte Energie auch noch weg.
7.12.07 16:13
 


bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)



 Smileys einfügen